1000-jähriger Rosenstock
("Die Hildesheimer Rose")
Der Zugang zum Rosenstock bleibt auch während der Domsanierung erhalten, links vom Nordparadies über die ehemalige Domschule. Dort findet sich auch der Eingang zum Domladen.
|
Bitte warten Sie, das Video wird geladen. Sollten Sie kein Bild sehen, fehlt Ihnen der Adobe Flash Payer.
|
Die Blütezeit des Rosenstocks ist witterungsabhängig. In der Regel liegt sie Ende Mai und dauert ca. 14 Tage. (Der Film zeigt das Aufblühen einer Knospe im Zeitraffer.) |
Der mächtige, uralte Rosenstrauch an der Apsis des Mariendoms gehört botanisch zur heimischen Wildart Rosa canina L., nicht also zu den "Historischen Rosen" wie Rosa alba L. oder Rosa gallica L. Einige Merkmale des Wildrosentyps waren nach früheren Angaben im Schrifttum nicht geklärt, so zum Beispiel, ob die Blattunterseite behaart ist. Daher wurde eine Untersuchung der wesentlichen morphologischen und physiologischen Merkmale des Genotyps durchgeführt und folgende botanische Beschreibung erstellt:
Blatt: vorwiegend 7-fiedrig, oberseits dunkelgrün, unterseits hell- bis mittelgrün, unbehaart. Fiederblatt länglich oval, oberseits schwach rinnenförmig. Randeinschnitte gesägt.
Blüte: Einfach, mittelgroß, schwach duftend. Blütenblätter Anzahl 5, rosa weiß, schwach gewellt, Kelchblätter schwach gefiedert, zurückgeschlagen, früh abfallend.
Hagebutten: Leuchtend mittelrot, groß, länglich spindelförmig, spät reifend und ausfärbend, lange haltbar. Stielchen glatt, lang.
Bestachelung: Mitteldicht, Stacheln mittelgroß, auf spitz ovaler Platte, Unterkante tief konkav.
Mit der Beschreibung ist eine taxonomische Zuordnung der Hildesheimer Rose im Rahmen der Sammelart Rosa canina L. innerhalb der formenreichen heimischen Wildrosen gegeben. Eine Definition der Einzelpflanze als Varietät oder Subspezies ist im Hinblick auf die Diversität der Wildrosen und der zahlreich vorkommenden Mischformen infolge von Hybridisierung ohne Bedeutung.
Die Legende
Die Legende vom Rosenstock, einer wilden Heckenrose, geht bis in die Gründungsgeschichte des Bistums Hildesheim um das Jahr 815 zurück. Damals fand Ludwig der Fromme, Sohn und Nachfolger Kaiser Karls des Großen, zwischen den Blüten ein kostbares Reliquiar, das er auf der Jagd verloren hatte. Zu Ehren der Gottesmutter ließ Ludwig an Ort und Stelle eine Kapelle bauen. So will es die Legende des "1000-jährigen" Rosenstocks.
Tatsache ist: Um 815 beginnt die Geschichte des Bistums. 50 Jahre später wurde unter Bischof Altfrid der erste große Dom errichtet.
Acht Wochen nach der völligen Zerstörung des Hildesheimer Domes im März 1945, bei der auch der Rosenstock verbrannte, sprossen aus seiner von Trümmern verschütteten Wurzel 25 neue Triebe hervor.
Mehr zur Geschichte des Bistums erfahren Sie hier.


