Die Christussäule
Die aus Bronze gegossene Christussäule entstand vermutlich um 1020 – ebenfalls im Auftrag von Bischof Bernward. Nach dem Vorbild der römischen Siegessäule des Kaisers Trajan zeigt die Säule auf ihrem spiralförmig aufsteigenden Reliefband 28 Szenen aus dem Leben Jesu - beginnend mit der Taufe Jesu, über seine Wundertaten bis hin zum triumphalen Einzug in die Stadt Jerusalem. Das heutige Kapitell ist eine freie Nachbildung des 19. Jahrhunderts. Die Bekrönung bildete ursprünglich ein Kreuz, das aber schon 1544 eingeschmolzen wurde. Die Christussäule wurde für die von Bernward erbaute Benediktiner-Kosterkirche St. Michaelis angefertigt, wo sie bis zum 19. Jahrhundert aufbewahrt wurde. Im Zuge der Säkularisierung wurde sie dem Domkapitel übergeben. Die Christussäule stand zunächst auf dem Domhof, erhielt aber nach kurzer Zeit ihren Standort im südlichen Querhaus des Domes, wo sie – mit Ausnahme der Auslagerung während des Zweiten Weltkrieges – bis 2009 blieb. Im Zuge der Domsanierung ist sie nun an ihren ursprünglichen Ort zurückgekehrt und wird als Leihgabe und Zeichen der Ökumene dort bis 2014 ihren Standort haben.
